Valencia | KurzTripp

19. November 2018

Wenn von Städtereise und Spanien die Rede ist, denkt man meist an Barcelona. Doch Barcelona platzt mittlerweile aus allen Nähten, wie ich im April erleben durfte. Valencia ist eine tolle Alternative mit viel spanischem Charme, aber deutlich entspannter.

Im Oktober bot sich mir die Gelegenheit Valencia für 2 Tage zu besuchen. Und ich muss sagen, auf den ersten (kurzen) Blick bin ich begeistert. Man kann die Innenstadt mit vielen historischen Gebäuden, quirligen Gassen, sehenswerten Plätzen und viel Grünflächen gut zu Fuß erkunden und der Mix aus alter und ultramoderner Architektur ist faszinierend. Und das Beste – auch Valencia hat einen Stadtstrand.

Hier habe ich ein paar Tipps aufgelistet, die es sich – meiner Meinung nach – lohnen anzuschauen:

Die Kathedrale von Valencia | Catedral de Santa María de Valencia

Ich starte meinen Stadtspaziergang in der nördlichen Altstadt, an der Kathedrale von Valencia. Genauer gesagt erklimme ich den Glockenturm El Miguelete über eine steile Wendeltreppe mit über 200 Stufen und verschaffe mir aus 63 Metern Höhe einen ersten Überblick über Valencia und seine verwinkelte Altstadt. Die Kathedrale selber ist ein Mix aus unterschiedlichen Baustilen, daher sieht sie aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, jedes Mal anders aus. Tagsüber wird für den Besuch der Kathedrale Eintritt verlangt, aber früh morgens wenn die Einheimischen für ein kurzes Morgengebet die Kirche besuchen, ist sie zwar nur spärlich beleuchtet, aber man kann die Kirche in Ruhe geniessen.

Der Zentralmarkt | Mercado Central

Nicht weit von der Kathedrale entfernt befindet sich der Mercado Central. Schon von Außen ist die Markthalle mit ihrer Jugendstilfassade und -kuppel ein Blickfang. Und auch das Innere besticht durch die Architektur und reges Markttreiben. Am frühen Vormittag, bevor die ersten Kreuzfahrt-Touristen auf Sightseeing-Tour gehen, ist alles noch sehr entspannt und die Mischung aus Touristen und Einheimischen hält sich angenehm die Waage. Meiner Meinung nach gehört ein Besuch des Mercado Central zu einem Valencia Aufenthalt dazu. Man kann neben Obst, Gemüse und Gewürzen vor allem den berühmten Jamón, den getrockneten Schinken kaufen und sich die Unterschiede von Serrano, Ibèrico oder Bellota erklären lassen und teilweise sogar probieren. Eingeschweisst sehr als kulinarisches Souvenir zu empfehlen. Mein Highlight auf Märkten ist aber immer die Fischabteilung. Hier bekommt man alles für eine gute (Meeresfrüchte)-Paella; das spanische Reisgericht hat seinen Ursprung in Valencia.

Die Seidenbörse | Lonja de la Seda

Direkt gegenüber der Markthalle befindet sich ein burgähnliches Gebäude, in dem sich die ehemalige Seidenbörse von Valencia befindet. Sie ist seit 1996 UNESCO Weltkulturerbe. Der siebzehn Meter hohe gotische Vertragssaal hat mich besonders beeindruckt. Die mächtigen spiralförmigen Säulen und das netzartige Gewölbe wirken wie ein in Stein gehauener Palmenhain.

Stadt der Künste und Wissenschaften | Ciutat de les Arts i les Ciències

Von der Altstadt aus empfiehlt sich ein schöner Spaziergang entlang des trockenen Flussbetts des Turia. In den 1960er Jahren wurde der Fluss aus Gründen des Hochwasserschutzes umgeleitet und das Flussbett zu einem kilometerlangen Naherholungsgebiet, dem Jardín del Turia, umgestaltet. An dessen Ende gelangt man zum Gebäudekomplex „Stadt der Künste und Wissenschaften“. Der international bekannte, aus Valencia stammende Architekt Santiago Calatrava hat diesen Gebäudekomlext entworfen, der inmitten künstlicher Wasserflächen die Oper, ein 3D-Kino, ein wissenschaftliches Museum, eine Veranstaltungshalle und das größte Aquarium Europas umfasst. Wobei, meiner Meinung nach, die Oper Palau de les Arts Reina Sofía das auffälligste Gebäude des Komplexes ist, hat sie doch etwas von einem Raumschiff oder einem Kriegerhelm oder … da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ob es einem gefällt oder nicht, bleibt jedem selber überlassen, zumindest ist die Architektur spektakulär und die Oper das moderne Wahrzeichen der Stadt. Mein Tipp: Am Abend werden die Gebäude farbig angestrahlt und es bilden sich schöne Spiegelungen auf den Wasserflächen.

Der Strand von Valencia | Playa del Cabañal

Auch wenn Valencia am Meer liegt, befindet sich der Hafen und der Strand der Stadt etwas außerhalb. Aber ein Bus verbindet Altstadt und Hafen regelmäßig. Spaziert man am Hafen entlang, vorbei an den historischen Lagenhallen, gelangt man zum langen Stadtstrand mit seiner palmengesäumten Promenade. Im Sommer ist es hier sicherlich sehr trubelig, aber jetzt im Herbst ist es herrlich leer und entspannt. Trotzdem hatten einige der zahlreichen Restaurants und Cafes geöffnet und luden zu einer Kaffeepause ein. Nicht verpassen sollte man das ehemalige Fischerdorf El Cabañal, jetzt ein Stadtteil von Valencia, das in unmittelbarer Nähe zum Strand liegt. Um den lokalen Markt ziehen sich kleine Gassen, deren denkmalgeschützte Häuser mit z.T. kunstvoll gekachelten Fassaden und filigranen Balkonen sehr sehenswert sind.

 


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Ich hab gerade Deinen neuen Blog über Valencia gelesen; meine erste Reaktion nach Deinem Opernfoto neulich: “Da will ich hin” hat sich dadurch befestigt und ich hoffe, es klappt im Frühjahr 2019.
Viele Grüße aus KN
Ursula

Vielen lieben Dank für Deinen Kommentar. Ja, Valencia ist unbedingt eine Reise wert. Herzliche Grüsse Kerstin

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