Hamburg | AltesLand

Obstbäume soweit das Auge reicht, dazwischen schmucke Fachwerkhäuser und viel Wasser, das ist das Alte Land zwischen Elbstrom, Hamburg, Buxtehude und Stade. Ein Gebiet, das sich von Hamburg aus perfekt zu Fuß oder per Rad erkunden läßt.

 

Aber woher stammt eigentlich der Name “Altes Land”?  Das ursprüngliche Überflutungsgebiet der Elbe wurde durch schrittweise Entwässerung  durch holländische Besiedler bewohn- und urbar gemacht. Besiedelbares Gebiet war altes Land, noch unbearbeitetes Gebiet neues Land.  Als das gesamte Gebiet besiedelt werden konnte, gab es nur noch “Altes Land”, daher der Name.

Jetzt im Frühjahr,  macht die Kombination aus Wasser, Fachwerkhäusern und blühenden Obstbäumen dieses Fleckchen besonders schön. Wir beschliessen diese Landschaft von den denkmalgeschützen Deichen der Lühe aus zu Fuß zu erkunden. Die Dörfer folgen den Schwingungen des Flüsschens und der erhöhte Blick vom Deich gibt einen besonderen Blick auf das Wasser und die Altländer Häuser mit ihren Schmuckgiebeln und den langgestreckten Obstflächen frei.

Wir starten unsere Rundwanderung in Lühe – Grünendeich. Hier begeistert uns der alte Leuchtturm direkt am Deich, der inzwischen als Wohnhaus genutzt wird. Der Weg startet direkt an der Klappbrücke Elbdeich Lühe und schlängelt sich rechterhand der Lühe durch das Dorf Grünendeich vorbei an den ersten typischen Fachwerkhäuschen.

Kurz vor Steinkirchen erreicht man die Hogendiekbrücke – eines der bekanntesten Fotomotive im Alten Land. Auch wenn sie erst 1975 errichtet und vor wenigen Jahren schon wieder durch eine neue ersetzt wurde, zeigt ihr Stil deutlich den Einfluss der holländischen Besiedlung auf dieses Gebiet.

Kurz darauf erreicht man den Ortskern von Steinkirchen mit kleinem Hafen und zahlreichen schönen Fachwerkhäuschen.  Die Kirche St. Martini et Nicolai aus dem  14. Jahrhundert prägt den Ort. Leider ist die Kirche aufgrund der Coronapandemie geschlossen, denn die Orgel des bekannten Orgelbauers Arp Schnitger hätte ich mir gerne angeschaut. Die Skulptur des  Mönchs Heinrich vom Künstler Carsten Eggers neben der Kirche ist auch ein Symbol für die holländischen Siedler, die das Alte Land bewohnbar machten.

Vor der Kirche stehen traditionelle Altländer Hochzeitsbänke, wie man sie an vielen Orten im Alten Land findet. An der Rückenlehne der Bank ist der Name des Brautpaares und das Hochzeitsdatum verewigt. Auch heute noch können Paare eine Hochzeitsbank aufstellen lassen und ihre Namen anbringen lassen. 

Wir wandern weiter bis zum Dorf Guderhandviertel und  überqueren dort die Lühe auf der Brücke der Dollerner Straße nach Mittelnkirchen.  Nun sind wir bereits auf dem Rückweg Richtung Elbdeich und geniessen den Blick auf die schönen Dörfer von der anderen Seite der Lühe. Bevor wir wieder am Anleger ankommen macht die Lühe beim Dorf Höhen einen idyllischen Schlenker, der den Blick auf die weiten Obstplantagen freigibt.

Das Alte Land – unbedingt ein Ausflug wert. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen, vielleicht, wenn an den jetzt blühenden Obstbäumen leckere Äpfel hängen?