„Lewer duad üs Slav!“ (nordfriesisch für „Lieber tot als Sklave“), steht auf der nordfriesischen Flagge und drückt den Willen der Nordfriesen zur Freiheit aus. So wird man begrüßt, wenn man mit dem Schiff auf Hallig Langeneß ankommt.
2x täglich fährt die Fähre von Schlüttsiel auf die Hallig Langeneß.
Nach knapp 2 h Fahrt erreicht man die Hallig.
Schon lange habe ich mir gewünscht, mal wieder eine Hallig zu besuchen — eine Erinnerung an längst vergangene Studentinnenzeiten.
Es ist Ende Juli und es liegen fast 4 Tage Halligzeit vor mir. Ich drehe eine erste Runde und bin sofort im Bann der Hallig. Der lila Strandflieder steht in voller Blüte und der Strandwermut verströmt seinen würzigen Duft. Das laute und anhaltende „kiwiiiiieeeep“ der Austernfischer, die gerade in den Salzwiesen ihre Jungen aufziehen, begleitet einen auf Schritt und Tritt.
Dort, wo der Himmel weiter ist ..., so lautet der Slogan der Hallig.
Das Fahrrad ist das ideale Verkehrsmittel, um die Hallig zu erkunden. Immerhin ist die Hallig 10 km lang – daher auch der Name Langeneß, die lange Nase. Autos sind hier zwar erlaubt, kommen aber selbst auf der „Hauptstraße“ nur sehr selten. So kommt man auch zügig zu den Sehenswürdigkeiten, z.B. zur Halligkirche auf der Kirchwarf, zum Halligmuseum auf der Ketelswarf oder zum kleinen Leuchtturm an der Westspitze.
Auf der "Hauptstraße".
Die reetgedeckte Halligkirche wurde 1894 auf dem Fundament des Vorgängerbaus auf der Kirchwarf errichtet. Geschützt hinter Fluttoren befindet sich ein separater Glockenturm und ein kleiner Friedhof. Die Innenausstattung stammt teilweise aus einer älteren Kirche, wie der bemalte Flügelaltar, die Kanzel und das Gestühl. Besonders auffällig ist die mit biblischen Szenen bemalte Holzdecke. Wie in vielen nordischen Kirchen typisch hängt auch in der Langenesser Halligkirche ein Votivschiff.
Die Ketelswarf ist besonders fotogen, denn alte reetgedeckte Häuser gruppieren sich um den Fething, ein ehemaliges Süßwasserreservoir; hier befindet sich auch das Tourismusbüro, ein kleines Heimatmuseum und das Halligcafe, in dem man unbedingt die Friesentorte mit den Rumrosinen probieren sollte.
Blick von der Ketels- auf die Christianswarf.
Auf dem westlichsten Zipfel von Langeneß wacht der Leuchtturm Nordmarsch von 1901. Er ist noch in Funktion und dient als Quermarken- und Orientierungsfeuer für die Fahrwasser der Norder- und Süderaue. Besonders zum Sonnenuntergang bietet er ein tolles Fotomotiv – und jetzt im Juli mit der Halligfliederblüte ist es einfach perfekt.
Neben der regelmäßigen Fährverbindung sind die Halliglüüd zusätzlich über eine Lorenbahn mit dem Festland verbunden. Sie führt am östlichen Ende der Hallig über einen Damm über die Nachbarhallig Oland nach Dagebüll. Die kleine Schmalspurbahn ist den Bewohnerinnen und Bewohnern der Halligen und den Mitarbeitenden im Küstenschutz vorbehalten und dient überwiegend der Versorgung und dem Materialtransport.
Fähre und ...
... Ausflugsschiff vor Langeneß.
"Bahnhof" Langeneß.
Vierbeinige Halligbewohner.
Vollmond über Hilligenley ...
... und über der Rixwarf.
Warum ist Langeneß eine Hallig und keine Insel? Was ist der Unterschied? Neben verschiedenen geologischen Gründen sind Halligen im Gegensatz zu Inseln nur von einer Steinkante umgeben und nicht eingedeicht. Sie werden – vor allem im Winter – regelmäßig bei Sturmflut überflutet. Daher stehen die Häuser alle auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel. Auf Langeneß heißt dieser Warf, auf den anderen Halligen Warft.
Die Steinkante, perfekter Rastplatz ...
... für die Austernfischer.
Blick auf die Kirchhof- und die Mayenswarf.
Reetdachhäuser auf der Honkenswarf.
Die Hallig ist ein Vogelparadies, z.B. für den Rotschenkel ...
... oder verschiedene Seeschwalbenarten.
Na, Lust bekommen auf eine Auszeit auf der Hallig Langeneß? Viele Infos über Anreise, Übernachtungsmöglichkeiten, Verpflegung und Veranstaltungen findet Ihr auf der Homepage: https://langeness.de/ (unbezahlte Werbung).