Lübeck | HanseStadt

4. August 2019

Lübeck, Blick über die Obertrave. Foto: Kerstin Bittner

Unglaublich, ich war noch nie in Lübeck. Dabei ist man von Hamburg aus mit dem Zug ganz entspannt in nur 45 Minuten dort.

Die historische Altstadt, seit 1987 UNESCO-Weltkulturerbe, ist wegen ihrer Insellage für eine Stadt mit über 200’000 Einwohnern beschaulich klein. Obwohl hier alles fußläufig zu erreichen ist, sind die Möglichkeiten für Entdeckungen schier unendlich.

Was also machen, wenn man Lübeck in nur einem Tag erkunden möchte? Mein Tipp: Lasst Euch von der Trave treiben und spaziert gemütlich um die Altstadtinsel herum – so entdeckt Ihr die meisten Sehenswürdigkeiten und so manche idyllische Ecke abseits des Trubels.

Am besten startet man einen Lübecktag auf dem Kirchturm von St. Petri. In 50m Höhe liegen einem die Altstadtinsel aber auch das moderne Lübeck jenseits der Trave und das Umland zu Füßen. Und man hat einen perfekten Blick auf das Holstentor, DAS Wahrzeichen von Lübeck. Es ist das einzige noch erhaltene Stadttor Lübecks und beherbergt heute das Stadtmuseum. Und wer erinnert sich noch? Es zierte einst den 50 D-Mark-Schein.  

Wir beginnen hier unseren Stadtbummel, denn direkt neben dem Holstentor fallen sechs alte und sehr fotogene Backstein-Häuser auf, die Salzspeicher; hier wurde früher das aus Lüneburg stammende Salz gelagert.

Lübeck, Blick von St. Petri auf das Holstentor. Foto: Kerstin Bittner
Lübeck, Salzspeicher. Foto: Kerstin Bittner

Spaziert man von den Salzspeichern an der Obertrave nach Süden, vorbei an den Restaurants und Straßencafes, taucht man in eine fast dörfliche Idylle ein. Im Schatten des Doms säumen Wäscheleinen und bunt getünchte Altstadthäuschen das Traveufer. Wir passieren den Dom und wundern uns, hier kann man durch die Straßen „Fegefeuer“ und die „Hölle“ ins Paradies spazieren, so wird der Vorhof des Doms genannt. Kurz dahinter erreichen wir den Krähenteich mit dem Altstadtbad – cool, Badevergnügen mitten in der Stadt.

Lübeck, Blick über die Obertrave. Foto: Kerstin Bittner
Erst Flaniermeile und wenig später…
Lübeck, an der Obertrave. Foto: Kerstin Bittner
… dörfliches Idyll an der Obertrave.
Lübeck, Krähenteich. Foto: Kerstin Bittner
Der Krähenteich mit dem Altstadtbad im Schatten des Doms.

Und schon ist man wieder mitten im Trubel der Stadt. Die Hüxstraße mit ihren vielen kleinen Geschäften, Restaurants und Cafés führt direkt ins Stadtzentrum und zum Rathaus. Dieses fällt besonders auf, da hier auf einem romanischen Unterbau Elemente der Gotik, der Renaissance und des Rokoko scheinbar wild durcheinander verbaut wurden.

Lübeck, Hüxstraße. Foto: Kerstin Bittner
Lübeck, Rathaus. Foto: Kerstin Bittner
Lübeck, Niederegger Marzipantorte. Foto: Kerstin Bittner
Pause: Marzipantorte im Café Niederegger oder ein Kaffee in der Neuen Rösterei.

Wenn man durch die Innenstadt schlendert, sollte man immer nach den versteckten Gängen und Höfen Ausschau halten. Sie entstanden im Mittelalter als zur Blüte der Hanse die Hinterhöfe der Giebelhäuser für die wachsende Bevölkerung bebaut wurden. Die Gänge sind niedrig und sehr schmal – ein Sarg musste hindurch passen. Heute führen sie zu kleinen Oasen mit üppigem Grün und schmucken Häuschen.

Lübeck, Hellgrüner Gang. Foto: Kerstin Bittner
Lübeck, verschiedene Gänge. Foto: Kerstin Bittner
Hinter jedem Gang eine andere kleine Welt.

Viele Persönlichkeiten sind eng mit der Stadt Lübeck verbunden, z.B. Thomas Mann, Günther Grass und Willy Brandt – allesamt Nobelpreisträger und jedem ist ein Haus gewidmet. Wir haben uns für das Willy-Brandt-Haus in der Königsstraße entschieden. Im Jahr 1913 als Herbert Frahm in Lübeck geboren prägte er doch maßgeblich die Politik des 20. Jahrhunderts und beeindruckte durch sein persönliches Engagement.

Lübeck, Willy-Brandt-Haus. Foto: Kerstin Bittner

Zu einer Stadtbesichtigung gehört natürlich auch immer ein Museumsbesuch. Meine Empfehlung: Das Europäische Hansemuseum. Aufwändige, naturgetreue Szenarien und interaktive Informationen nehmen Dich mit durch 800 Jahre Hansegeschichte. Sehr pfiffig ist, dass man sich am Eingang Sprache, Stadt und Interessensgebiet aussucht und dann an verschiedenen Terminals passende Zusatzinformationen erhält.

Lübeck. Cafe Fräulein Brömse. Foto: Kerstin Bittner
Das Café Fräulein Brömse direkt nebem dem Hansemuseum – LECKER!.

Vom Hansemuseum spazieren wir dann durch den Museumshafen an der Untertrave, der durch die zahlreichen Oldtimer-Schiffe ein besonders maritimes Flair versprüht, zurück zu unserem Ausgangspunkt am Holstentor.

Lübeck, Museumshafen Untertrave. Foto: Kerstin Bittner
Museumshafen an der Untertrave vor …
Lübeck, Museumshafen Untertrave. Foto: Kerstin Bittner
… und nach dem Regen.
Lübeck, Holstentor. Foto: Kerstin Bittner
Pfützen – Spielwiese für die Fotografin.

Mein Fazit: Lübeck in einem Tag ist machbar, aber es gibt noch viel zu entdecken. Daher: Einfach noch mal wiederkommen – es lohnt sich.


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Ich war auch noch nie in Lübeck, hab allerdings mehr als 45 Min. Anreise. Deine Fotos und die Beschreibung machen allerdings Lust auf einen Besuch!

Tja, das wäre doch mal was bei Deinem nächsten Hamburgbesuch… lohnt sich wirklich. Liebe Grüsse in den Süden.

Vielen Dank für den schönen Artikel und die tollen Fotos. Als gebürtige Lübeckerin,die dort fast ihr gesamtes Leben verbracht hat,wurde ich über die Jahre etwas “betriebsblind”.Dabei ist Lübeck so ein Juwel,dass es immer einen Ausflug dorthin wert ist.Ich bin jetzt wieder regelmäßig in den Gassen unterwegs.
Deine Beschreibung weckt Lust, sich die Hansestadt anzuschauen und unterstreicht das sehr schön.

Dankeschön, liebe Sabine für Deinen tollen Kommentar. Und, ja, Lübeck ist toll und immer wieder einen Ausflug wert.

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