Hamburg | WittMoor

21. Mai 2019

Moorsee im Naturschutzgebiet Wittmoor. Foto: Kerstin Bittner

Ich bin immer wieder erstaunt, wie grün Hamburg ist und wie viel Natur die Stadt zu bieten hat. Am Wochenende haben wir das Naturschutzgebiet Wittmoor im Norden Hamburgs erkundet.

Grenzüberschreitend zu Schleswig-Holstein findet man eines der wenigen Hamburger Hochmoore. Das Wittmoor – das Weiße Moor – entstand in einer Gletscherrinne während der letzten Eiszeit in einem Seitental der Alster. Seit 1978 steht es unter Naturschutz.

Von der U-Bahnstation Ochsenzoll radeln wir zum Parkplatz am Eichelhäherkamp und spazieren am Rand des Moorgebietes auf dem Weg „Am Wittmoor“ nach Norden.

Naturschutzgebiet Wittmoor. Foto: Kerstin Bittner
Birken im Naturschutzgebiet Wittmoor. Foto: Kerstin Bittner

Nach einem knappen Kilometer erreichen wir den Gedenkstein für das Konzentrationslager Wittmoor. Über Jahrhunderte wurde im Wittmoor Torf abgebaut; während der NS-Zeit setzte man dafür Zwangsarbeiter ein. Für sie errichteten die Nazis am Rand des Moors das erste Konzentrationslager auf Hamburger Stadtgebiet. Zeitweise bis zu 140 Menschen wurden hier untergebracht und zu harter Arbeit gezwungen. Der 1987 aufgestellte Gedenkstein erinnert mit einem Text vom damaligen Bundespräsidenten Richard v. Weizsäcker an die rund 6 Millionen Menschen die während der NS-Zeit ums Leben kamen und an ein dunkles Kapitel Hamburger Stadtgeschichte.

Gedenkstein für das KZ Wittmoor im Naturschutzgebiet Wittmoor. Foto: Kerstin Bittner

An der nächsten Kreuzung biegen wir rechts ab und wandern auf dem ehemaligen Lorendamm durch das renaturierte Hochmoor. Ich liebe ja diese lichten Birkenhaine, die sich beiderseits des Wegs ausbreiten. Der Blick auf den Moorsee mit den toten Birkenstümpfen zeigt, dass das Gebiet wieder vernässt und sich neues Moor bildet.

Hier blühen u.a. Wollgras und Sumpfcalla, Zitronenfalter gaukeln, Frösche quaken und eine Ringelnatter schlängelt sich durch das Wasser.

Naturschutzgebiet Wittmoor. Foto: Kerstin Bittner
Birken im Naturschutzgebiet Wittmoor. Foto: Kerstin Bittner
Moorsee im Naturschutzgebiet Wittmoor. Foto: Kerstin Bittner
Pflanzen im Naturschutzgebiet Wittmoor. Foto: Kerstin Bittner
Sumpfcalla, Schöllkraut, Sternmiere und Fliederbeere am Wegesrand.

Am Ende des Damms biegen wir links ab, der Weg windet sich durch Heideflächen eine kleine Anhöhe hinauf und gibt den Blick auf die schöne Moor- und Heidelandschaft frei. Im Hintergrund trompeten Kraniche – der Duvenstedter Brook mit seiner kleinen Kranichkolonie ist ja nicht weit.

Heidelandschaft im Naturschutzgebiet Wittmoor. Foto: Kerstin Bittner
Heidelandschaft im Naturschutzgebiet Wittmoor. Foto: Kerstin Bittner

Wir umrunden das Moor im Norden und spazieren dann zwischen Moor, Pferdekoppeln und Landwirtschaftsflächen wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Pferdekoppel im Naturschutzgebiet Wittmoor. Foto: Kerstin Bittner
Weg im Naturschutzgebiet Wittmoor. Foto: Kerstin Bittner

Weiter Informationen und einen Wegeplan erhält man auf Hamburg.de “Wandern im Wittmoor”.


Kommentar schreiben


(nach oben)